Internationale Deutsche Meisterschaft 2007 - ein großes Fest der Olympiajollensegler

Im Auftrag des Deutschen Seglerverbandes richtete in diesem Jahr der Seglerverein Rahnsdorf 1926 e.V. vom 28.8. bis 1.9.2007 die IDM der O-Jollen auf dem Berliner Müggelsee aus.

75 Teilnehmer aus 4 Nationen, darunter 17 O-Jollen aus den Niederlanden, 2 O-Jollen aus der Schweiz und eine O-Jolle aus Großbritannien stellten sich dem Start zur 1. Wettfahrt am 29.8.2007. Die Crew der Wettfahrt unter Leitung von Ralf-Dieter Frase, die bereits alle 2 Jahre die Berliner Meisterschaft der O-Jollen auf dem Müggelsee durchführt, nahm die Herausforderung für die Durchführung dieser IDM-Regatta an.

In der Vorbereitungsphase engagierte sich ein kleiner Kreis bewährter Vereinsmitglieder vom Seglerverein Rahnsdorf 1926 e.V. und O-Jollensegler der Freien Vereinigung der Tourensegler Grünau 1898 e.V. mit viel Idealismus und Freude, um die vielfältigen Aufgaben auf dem Wasser und an Land abzusichern. So hatte der 1. Vorsitzende des SVR 1926 e.V., Thomas Siebler alle Hände voll zu tun, um die Arbeiten zu koordinieren und den geplanten Programmablauf mit Leben zu erfüllen. Ralf-Dieter Frase übernahm als Wettfahrtleiter alle Aufgaben der Wettkampfvorbereitung. Zur Unterstützung bei den vielfältigen Absprachen mit der Klassenvereinigung, dem O-Jollenobmann Dahme-Spree, den Sponsoren sowie den bezirklichen Einrichtungen und Fachbetrieben engagierten sich mit viel Hingabe und Fleiß Peter Fechner vom SVR 1926 e.V. und Knut Wahrendorf von der TSG 1998 e.V.

Bevor die Meisterschaft feierlich eröffnet werden konnte, wurden durch den Vermesser, Heinz-Werner Aping und seinen Helfern vom SVR 1926 e.V. am 27. und 28.8.2007 alle Boote einer strengen Kontrolle unterzogen. Am Abend des 28.8.2007 fand die Eröffnungsfeier mit Abendbuffet im Seglerverein Rahnsdorf statt. Die namentliche und persönliche Vorstellung aller Aktiven und der Regattafunktionäre trug zum ersten Kennenlernen bei. Die Überreichung der Gastgeschenke an alle Teilnehmer sowie eine liebevolle Gesangsdarbietung vom „Shanty-Man“ und der Opti-Mädchengruppe des SVR 1926 e.V. vervollständigte die Eröffnungszeremonie. Als Ehrengäste des Abends wurden u. a. der Vorsitzende des Berliner Seglerverbandes, Winfried Wolf, der Vorsitzende der Klassenorganisation der O-Jollen, Roland Franzmann und der ehemalige Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick, Dr. Klaus Ulbricht begrüßt. Nun war alles klar, die Meisterschaft konnte beginnen. Nur der schöne Wind der vergangenen Tage war plötzlich verschwunden.

Am 1. Regattatag war der Müggelsee spiegelglatt, das Warten auf Wind begann. Dennoch kam unter den Seglern keine Langeweile auf. Kurzerhand organisierten die Verantwortlichen der O-Jollenklasse eine improvisierte Klassenversammlung. Es wurden auf der Wiese zwischen den Booten wegweisende Visionen der O-Jollenklasse heftig und kontrovers diskutiert. Als endlich am frühen Nachmittag Rasmus leichten Wind schickte, wurde die 1. Wettfahrt gestartet. Bei 2 – 4 m/s Wind aus WNW wurde eine schwere aber dennoch faire Wettfahrt gesegelt. Da der Wind auffrischte (4 – 6 m/s WNW) und sich stabilisierte, war eine 2. Tageswettfahrt möglich. Nach dem 1. Tag führte GER 1246, Ralf Goepfert mit 6 Punkten vor GER 599, Donald Lippert mit 10 Punkten und GER 1366, Hans-Joachim Porth mit 14 Punkten. Als bester Niederländer platzierte sich NED 553, Ton Op de Weegh, auf Platz 5 mit 15 Punkten. Weitere Favoriten: GER 1268 Frank Lietzmann – Platz 4 GER 1340 Knut Wahrendorf – Platz 10 NED 627 Stefan de Vries – Platz 35 Die vorgesehene Tagessiegerehrung fiel leider aus. Ein kurioser Protest gegen die Wettfahrtleitung beschäftigte das Schiedsgericht bis in den Abend. Der 1. Wettkampftag klang mit einem „Berliner Abend“ im Bräustübl Friedrichshagen aus.

Pünktlich um 10.00 Uhr am Donnerstag, Rasmus zeigte sich von der besten Seite, wurde die 3. Wettfahrt gestartet. Der Wind aus WNW war kräftiger (4-8 m/s). Bei teilweise sonnigem Himmel fanden die O-Jollensegler ideale Bedingungen vor. Deshalb entschloss sich die Wettfahrtleitung 3 Tageswettfahrten mit jeweils einer Bahnlänge von ca. 5,0 sm zu segeln. Konditionell war das für einige Teilnehmer eine Herausforderung. Es gab auch die ersten Schwimmversuche und somit wussten nun alle Segler wie groß unser „Großer Müggelsee“ ist. Je einen Tagessieg ersegelten: GER 1340 Knut Wahrendorf SUI 116 Boris Kulpe NED 627 Stefan de Vries Nach 5 Wettfahrten, bei einer Streichung ergab sich am Ende des 2. Regattatages folgende Platzierung: 1. Platz NED 627 Stefan de Vries 2. Platz GER 1340 Knut Wahrendorf 3. Platz GER 599 Donald Lippert 4. Platz GER 1268 Frank Lietzmann War das schon die Vorentscheidung? Weitere Favoriten für die Medaillen: 6. Platz GER 1239 Dr. Jochen Pirner 11. Platz GER 1451 Peter Lippert 13. Platz GER 1246 Ralf Goepfert 20. Platz GER 1449 Olaf Wahrendorf Nach dem Segeln ließ die Dampferfahrt rund um die Müggelberge, bei Halt und gemeinsamen Abendessen bei der TSG 1898 e.V. am Langen See, alle Strapazen des Wettkampfes vergessen. Dr. Klaus Müller belebte mit interessanten Erläuterungen zu landschaftlichen und baulichen Sehenswürdigkeiten im Bezirk Köpenick die Fahrt. Ein Buffet vom „Feinsten“ verwöhnte jeden Gaumen der Aktiven, deren Partnerinnen und der geladenen Gäste. Dazu gehörten auch erfolgreiche O-Jollensegler der vergangenen Jahre. Das Ergebnis nach 5 gesegelten Wettfahrten hielt die Hoffnung auf den Meistertitel für mindestens 3 Segler offen. Die weiteren Medaillenplätze waren ebenfalls noch nicht vergeben. Somit versprach der 3. Regattatag spannende Wettkämpfe.

Wind und Wetter waren ideal für diese Entscheidung. Die Nervosität der Aktiven fand ihren Niederschlag in einem Fehlstart zur 1. Tageswettfahrt. Bei der Wiederholung klappte der Start korrekt. Diese Wettfahrt konnte Knut Wahrendorf (GER 1340) als Sieger vor Jörg Legien (GER 1393) vom Düsseldorfer Segelclub Unterbacher e.V. und Donald Lippert (GER 599) beenden. Der Niederländer Stefan de Vries (NED 627) ersegelte Platz 4. Die letzte und 7. Wettfahrt musste die Entscheidung bringen. Bei unveränderten Windbedingungen (4-8 m/s aus W) erfolgte der Start mit einem Einzelrückruf. Den besten Start erwischte Donald Lippert (GER 599) an der Leemarke der Startlinie, was ihm am Ziel den 2. Platz einbrachte. Es war eine sehr spannende Wettfahrt, denn der vermeintliche Meistertitel wechselte von Boot zu Boot. Am Ende ersegelte Stefan de Vries (NED 627) den 1. Platz und Knut Wahrendorf (GER 1340) den 5. Platz.

Damit ergab sich nach 7 Wettfahrten bei einer Streichung die Platzierung, die schon nach 5 Wettfahrten ersegelt wurde. Den Titel für den Internationalen Deutschen Meister konnte somit Stefan de Vries (NED 627) entgegennehmen. Die Silbermedaille ersegelte Knut Wahrendorf (GER 1340) vom TSG 1898 e. V. und die Bronzemedaille ging an Donald Lippert (GER 599) vom Wassersportverein 1921 e.V. Zu vermerken sei noch, dass aus unserem Nachbarland Brandenburg Dr. Jochen Pirner (GER 1239) einen sehr guten 9. Platz ersegelte. Weitere Platzierungen können der Ergebnisliste entnommen werden.

Das zweitägige Damenprogramm für die mitgereisten Partnerinnen sollte hier nicht vergessen werden. Maria Schneider und Dr. Kurt Wernicke führten die Gäste durch die Ortsteile Friedrichshagen und Köpenick. Das Spektakel der Hauptmannsparade am Rathaus Köpenick und der Spaziergang durch Friedrichshagen sowie die Besichtigung des Schlosses Köpenick fanden lobende Worte der Beteiligten. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war – ohne jeden Zweifel – die abschließende Meisterschaftsfeier mit der Siegerehrung, dem gemeinsamen Abendessen aller Aktiven, den Mitgliedern der Wettfahrtleitung und allen Helfern an Land und auf dem Wasser. Die Damenband „Cellolitas“ trug mit ihrem Auftritt wesentlich zur gutgelaunten Stimmung im Seglerverein Rahnsdorf 1926 e.V. bei. Das liebevoll gestaltete Abendbuffet, angerichtet durch fleißige Küchenkräfte der höheren Kochkunst des SVR 1926 e.V. rundete den Abend ab. Schöne und erlebnisreiche Tage werden bei allen Seglern und Gästen in guter Erinnerung bleiben.

Diethard Konarski (Juryobmann)
Ralf-Dieter Frase (Wettfahrtleiter)